In Frankfurt versammelt sich vor der neu eröffneten „Rohkosteria“ eine Gruppe von Protestierenden und ruft: „Reichsbürger raus!“. Drinnen filmt sich David alias Mister Raw vor einem üppig dekorierten Rohkostbuffet. Neben ihm steht Timo. Beide sind auf Social-Media live. Mister Raw: „Timo war schwer psychotisch, völlig in einer anderen Welt, von der Dunkelheit komplett besetzt, und was wir mit ihm gemacht haben, Leute, ist nicht nur auf geistiger, sondern auf körperlicher Ebene zu sehen. Wir sind: Soldaten des Lichts.“
Der Film geht in die Szene der Influencer, Life-Coaches und selbsternannten Heilern, die auf apokalyptische Szenarien setzen, um ihre Follower:innen zum Kauf von Kursen und Produkten zu animieren. Darunter auch Menschen, die schwer körperlich oder psychisch erkrankt sind.
Pressestimmen
"’Soldaten des Lichts’, der eine objektivere Perspektive wählt, ist politisches Kino. Er erzählt nicht von den Folgen kollektiver Gewalt, aber porträtiert eindrücklich eine Szene, die – das klingt im Film an mehreren Stellen an – nahe an faschistoiden Vorstellungen und Parteien wie der AfD operiert.", so die taz.
"Ein erschütternder Dokumentarfilm.", schreibt Kulturnews. "Die Filmemacher Julian Vogel (’Einzeltäter-Trilogie’) und Johannes Büttner liefern mit ’Soldaten des Lichts’ Bilder aus einer Szene, die man sonst ganz sicher nicht zu Gesicht bekäme."
"’Soldaten des Lichts’ ist ein kluger Film. Er enthält sich jeglicher ideologischer Beurteilung und bildet kommentarlos ein gesellschaftliches Segment ab, in dem kapitalistische Selfmade-Wertschöpfung, faschistoide Geisteshaltung und alchemistische Praxis eine Art Urschlamm ergeben.", findet epd Film.
Sondervorstellung
Am Donnerstag, 16. Oktober um 17 Uhr sind die Regisseure Julian Vogel und Johannes Büttner zu Gast. Es moderiert die Journalistin Laura Ewert.
In Kooperation mit der Hamburger Hochschule für Bildende Künste
Drehbuch, Regie Julian Vogel, Johannes Büttner (Dokumentarfilm)
Schnitt Sebastian Winkels
DE 2025, 113 Min., dtF, ab 16