Wolf Biermann war der kritische Meister aus der Chausseestraße in Ostberlin. Scharf und klarsichtig kommentierte er das Leben in der DDR in seinen Liedern und Gedichten. Seine Instrumente waren eine Gitarre und ein kleines Harmonium.
Die hat er auch mitgebracht, als er – unterstützt von Peter Wallraff – im November 1976 in Köln auftrat. Und weil er in Köln mit dem Publikum diskutiert hat und weil er gesagt hat, er wäre zu jeder Schandtat bereit … wurde er von der DDR ausgebürgert. Da war der große Liedermacher nur noch eines von vielen Lichtern im Unterhaltungsrummel des Westens.
Heute ist das alles fünfzig Jahre her und der Mann lebt immer noch. Mit Neunzig steht er vor der Kamera von Jens Meurer und schaut auf sein Leben im Osten und im Westen zurück. Und Biermann ist kein bisschen weise: angriffslustig und genau wie früher.
Regie Jens Meurer (Dokumentarfilm
Drehbuch mit Dirk Kämper, Pamela Biermann
Kamera Sebastian Ganschow, Bernd Fischer
Mit Wolf Biermann, Pamela Biermann, Ulrich Gumpert, Günther Sommer, Campino, Barbara Honigmann, Armin Mueller-Stahl, Nora Buschmann, Wolfgang Niedecken
DE 2026, 120 Min., dtF