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Nach den Erinnerungen von Judith Kerr

Januar 1933. Die Kempers leben in Berlin. Vater Arthur ist Theaterkritiker. Eines Morgens ist er verschwunden. Auf einen Tip hin, dass die Nazis ihn verhaften wollen, hat er Deutschland Hals über Kopf verlassen. Auch seine Frau zögert keinen Augenblick. Ihre Kinder Max und Anna sollen ihre Koffer packen: „Nur das Nötigste!“. So entscheidet sich Anna für den Stoffhund, den sie zu Weihnachten geschenkt bekommen hat und lässt das rosa Kaninchen zurück. Über Prag kommen sie in Zürich an. Der Vater hat keine Arbeit mehr und der Familie geht das Geld aus. Als er ein Angebot einer deutschsprachigen Zeitung aus Paris bekommt, zieht die Familie dorthin…

Es ist eine Zeit auf engstem Raum. Die Pariser Wohnung der Familie ist winzig. Anna und Max kämpfen mit der französischen Sprache und hoffen auf eine Rückkehr nach Berlin. Jeden Tag macht Anna ein Kreuz in einen Kalender – ein Tag weniger bis zur Rückkehr in ein normales Leben.

Judith Kerr hat in ihrem Buch ihre eigene Geschichte aufgeschrieben: die Zeit der Flucht ihrer Familie vor den Nazis durch mehrere Länder bis nach London. Ihr Vater, der Arthur Kemper des Romans, ist niemand anders als der Schriftsteller und Theaterkritiker Alfred Kerr. Sie selbst erinnert diese Zeit eher als „spannend“ denn als „beängstigend“. In der materiellen Not hat ihre Familie einen großen inneren Zusammenhalt erlebt. Die vielseitige Caroline Link, die Kästners ,Pünktchen und Anton‘ ebenso in Bilder zu fassen weiß wie Scott Campbells ,Im Winter ein Jahr‘ oder Kerkelings Kinderzeit mit ,Der junge muss an die frische Luft‘, hat Judith Kerrs Fluchtjahre auf die Leinwand gebracht.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Start war 25. Dezember 2019

Regie Caroline Link

Drehbuch mit Anna Brüggemann und Michael Gutmann

nach dem Roman von Judith Kerr

Kamera Bella Halben

Musik Volker Bertelmann

DarstellerInnen Riva Krymalowski, Oliver Masucci, Carla Juri, Marinus Hohmann, Justus von Dohnányi, Ursula Werner, Anne Bennent

DE 2019, 119 Min., dtF, ab 0

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