Wir sind im Jahr 1634. Kardinal Richelieu – auf dem Höhepunkt seiner Macht, aber in Kriege verwickelt, die Frankreich stark belasten – hat sich die Protestanten zum Feind genommen. Dazu gehört auch, dass die Stadtmauern der wenigen befestigten Städte geschliffen werden sollen, damit sie seinen Angriffen schlechter widerstehen können.
So eine befestigte, protestantische Stadt war Loudun. Dort hat gerade der anerkannte Priester Urbain Grandier die Führung übernommen. Der Lebemann und Frauenheld kümmert sich wenig um die gegen ihn geführten Angriffe, doch die Lage wird ernst, nachdem eine wichtige Schwester der Ursulinen, die mehr und mehr in einer Traumwelt versinkt, ihn der Hexerei bezichtigt. Die Lage kippt, Grandier wird verhaftet und gefoltert…
Ken Russell hat ein „blutrünstiges, bombastisch-obzönes Melodram“ (Lexikon des Internationalen Films) geschaffen, in dem Oliver Reed den aufrechten Superman spielt und Vanessa Redgrave in einer ihrer besten Darstellungen langsam in sexuellen Wahnsinn abgleitet. Das alles folgt dem Roman „Die Teufel von Loudun“ von Aldous Huxley und … macht keine Gefangenen.
Wir zeigen ab dem 29. Oktober den Director’s Cut, in dem Kurt Russell zwei Szenen wieder eingefügt hat, die er noch vor dem Filmstart hatte entfernen müssen, damit sein Film überhaupt in die Kinos kam (und dann auf heftigen Widerstand aus Rom stieß).
Regie Ken Russell
Drehbuch John Withing
Kamera David Watkins
Musik Peter Davies
Produktionsdesign Derek Jarman
Besetzung Oliver Reed, Vanessa Redgrave, Michael Gothard, Murray Melvin, Graham Arbitrage, John Woodvine
UK/US 1971, 114 Min., engl.OmU, ab 16