Das Renommée des Schauspielhauses Zürich beruht auf Künstlern im Exil während der Nazizeit, wie Brecht und Giehse. Es wurde zu einem Zentrum des kulturellen Widerstands gegen den Faschismus in Europa. Nach dem Krieg etablierte sich das Theater mit Frisch und Dürrenmatt und modernen amerikanischen Autoren. Vergessen ging, dass dies einem deutschen Juden zu verdanken ist: Kurt Hirschfeld.
,Hirschfeld – Unbekannter Bekannter‘, gemeinsam geschrieben und in- szeniert mit Samirs Frau (und selbst etablierter Filmemacherin) Stina Werenfels, taucht in die wörtlichen und bildlichen Archive ein. Der Film zeichnet Hirschfelds weitgehend vergessene Schritte nach: vom jüdischen Literaturwunderkind im Deutschland der 1920er Jahre über den politisch radikalen Dramaturgen im Darmstadt der frühen 1930er Jahre bis hin zum verfolgten Systemkritiker in den ersten Monaten der institutionellen und kulturellen Machtübernahme durch die Nazis. Schließlich wird er zu einem wichtigen Mitglied des Kollektivs von Exilkünstlern, die das Zürcher Schauspielhaus zur wohl bedeutendsten deutschsprachigen Theaterbühne der Mitte des Jahrhunderts machten.
Hamburger Premiere
Am Montag, 26. Oktober um 19.30 Uhr kommt das Regieteam Stina Werenfels und Samir zur Premiere ihres Films.
In Kooperation mit dem Jüdischen Salon
Regie Stina Werenfels, Samir (Dokumentarfilm)
Drehbuch; Samir, Felix Schneider
Kamera Natascha Vavrina, Ian Oggenfuss
Musik Martin Skalsky
CH/DE 2026, 90 Min., dtF