Natürlich war sie waschechte Sozialdemokratin: Hannelore Schmidt, die sich selbst Loki nannte. Sie wurde aber gerne auch als die „erste Grüne“ bezeichnet. Loki Schmidt warb unermüdlich für den Schutz der heimischen Wildpflanzen und startete viele nachhaltige Naturschutzprojekte, die von der Loki-Schmidt-Stiftung gepflegt werden – wie der „Urwald“ in unserer Überschrift.
In Altona hat sie nach dem Krieg gewohnt und in der Schule am Hirtenweg unterrichtet. Lokis Lieblings-Schüler Georg Winter trägt ein Gedicht für seine Klassenlehrerin vor – über den Wegerich. Er wurde später zum Pionier des umweltbewussten Managements und gründete die Stiftung für die Rechte der Natur. Ihr Lebensweg führte aus dem Hamburger „Kleine Leute Quartier“ in die Bonner Republik und auf Expeditionen rund um den Globus. Sie war getrieben von Wissenshunger und großer Liebe zu allem Lebendigen.
Der Dokumentarfilm portraitiert Loki Schmidt anhand von Original-Dokumenten: Film-Interviews mit Zeitzeugen, Audioaufnahmen und Fotografien ihrer Lebensreise, die sie bis in die Antarktis führte um die dortige Pflanzenwelt zu erforschen. Die Zuschauer erleben, wie sie zum Beatles-Konzert geht, wie sie zu Deutschlands berühmtester Naturschützerin wird und auf zahlreichen Forschungsreisen die Ökosysteme der Erde studiert.
Der Filmemacher drehte mit Loki Schmidt für die „Blume des Jahres“ und interviewte den 103-jährigen Dokumentaristen Georg Stefan Troller, der seinen letzten Film über Loki Schmidt drehte und Loki beim Schachspiel mit ihrem Ehemann und Kanzler Helmut filmte.
Hamburger Premiere
Am Freitag, 3. Juli um 18 Uhr gibt es nach der Vorführung ein Filmgespräch mit Filmemacher Rasmus Gerlach und ausgesuchten Gästen.
Regie, Schnitt Rasmus Gerlach (Dokumentarfilm)
Kamera Birgit Dunkel, Doro Carl, Christian Petermann, Uwe Ahlborn, Axel Schäffler, Rasmus Gerlach
Schnittberatung Margot Neubert-Maric
DE 2026, 82 Min., dtF