Die Reise, die „Heart of Light“ durch die beeindruckenden Landschaften des Archipels unternimmt – bergige Vulkanlandschaften, tropische Wälder, Korallen- und Kalksteininseln –, ist eine Reise der Begegnungen mit den Menschen auf Fidschi, während sie ihrer Arbeit in der Stadt, auf ihren Farmen und in ihren Dörfern nachgehen. Dabei verbindet „Heart of Light“ fiktionale, dokumentarische und spirituelle Elemente. Der Film ermöglicht auch einen Einblick in die Dynamik der indigenen fidschianischen Gesellschaft, die stark von den Nachfahren der Vertragsarbeiter aus dem indischen Subkontinent geprägt ist, die während der Kolonialzeit von den Briten auf die Zuckerrohr- und Kopra-Plantagen gebracht wurden. Chinesen waren bereits früher, Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts, eingewandert und legten den Grundstein für die bis heute bestehende chinesische Gemeinschaft. Infolgedessen prägen ihre Kulturen und Religionen Fidschi bis heute.
Auf dieser Reise erscheinen drei europäische Reisende. Simon Fisher Turner (Simon) sammelt Klänge, die er in Musikstücke und Klanglandschaften einbindet. Peter Knaack (Niels) ist ein deutscher Journalist auf einer Recherchereise. Nach vielen Jahren der Abwesenheit kehrt Iona (Tilda Swinton) nach Fidschi zurück, dem Land ihrer Kindheit. Dabei begegnen sie immer wieder Einheimischen oder lassen sich von ihnen leiten. Dazu gehören unter anderem die Musiker Talei Draunibaka und Nemani Vanua, Simione Sevudredre, ein Fidschianischer Kulturexperte, ein Bauer, der die Kava-Wurzel erntet, eine Kuta-Mattenweberin, Zuckerrohrernter, sowie Fischer und Fischerinnen.
„In den ersten acht ‚Stanzas‘ offenbart sich Tilda Swintons Präsenz lediglich als Erzählstimme, die das Geschehen mit einer Art melancholischer Elegie begleitet... Erst ab dem neunten Abschnitt erscheint Iona in ihrer physischen Gestalt, und ihre Rolle gewinnt ihre volle Bedeutung als lebendiger Verköperung des Widerspruchs zwischen der asketischen Ahnenwelt der Fidschianer und ihrer Kolonialgeschichte, die sie auf tiefgreifende Weise verwandelt hat.“
Inmitten des Widerspruchs, dazuzugehören und doch keine familiären Wurzeln zu haben, sucht Iona nach Klarheit.
“HEART OF LIGHT ist ein Einblick in Momente des Alltagslebens auf Fidschi, die nur wenige Menschen erleben dürfen. Es ist eine Hommage und das Ergebnis eines lebenslangen Prozesses der ständigen Neubewertung und Selbstreflexion darüber, was es bedeutet, in einer Kultur aufzuwachsen, die nicht die der eigenen Eltern ist. (Cynthia Beatt)
Pressetimmen
Das IFF Rotterdam fasst zusammen: "Eine faszinierende Verbindung von ethnografischer Studie und essayistischer Erzählung. Ein monumentales Werk, pures Kino!“
epd film schreibt begeistert: " (Es) entsteht aus Gesprächen und Beobachtungen ein Bild des Lebens auf den Fidschi-Inseln, das das Erbe des Kolonialismus in seiner ganzen Komplexität einfängt und simplen aktivistischen Positionen eine Wirklichkeit entgegenstellt, deren Widersprüche sich nicht durch Parolen auflösen lassen."
Drehbuch, Regie Cynthia Beatt
Kamera Jenny Lou Ziegel
Musik Marion Beatt, Talei Draunibaka, Nemia Vanua, Simione Sevudredre, Simon Fisher-Turner, Mia Kami u.a.
Mit Tilda Swinton, Simon Fisher-Turner, Peter Knaack, Katharina Lorenz, Talei Dranibaka, Nemia Vanua
DE/FR 2026, 174 Min., engl.OmU, ab 0