Frieda Keller hat ihren fünfjährigen Sohn getötet. Der Fall der jungen Näherin steht im Brennpunkt einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung darüber, was Recht ist und was Gerechtigkeit.
Staatsanwalt und Verteidiger sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert, die ihre Auffassung von Moral und Gleichheit vor dem Gesetz hinterfragen. Der Film basiert auf wahren Ereignissen und wirft die Frage auf, wieweit die Täterin Opfer ist.
Die Ehefrau des Staatsanwalts entdeckt in ihrer Zuneigung zu Frieda die Härte der Ungerechtigkeiten, die Frauen zu ertragen haben. Die Frau des Verteidigers setzt sich entschlossen für Friedas Rechte ein und drängt ihren Ehemann, vor Gericht für die konsequente Gleichstellung zu kämpfen. Die öffentliche Aufmerksamkeit, verstärkt durch nicht enden wollende Proteste und die grenzüberschreitende Berichterstattung, stellt das patriarchale Rechtssystem in Frage und fordert das Rechtsverständnis der Anwälte heraus. Schließlich setzt sich der Staatsanwalt für Friedas Gnadengesuch ein…
Enthüllt wird ein heuchlerisches System, das Männer schützt und Frauen für Taten verurteilt, für die sie nicht allein verantwortlich sind. Der Film hinterfragt die Rolle der Frau in der Gesellschaft sowie den Umgang mit Scham und Moralvorstellungen. ,Friedas Fall‘ ist nicht nur die wahre Erzählung eines tragischen Schicksals, sondern auch ein Einblick in eine starke gesellschaftliche Debatte über Gleichstellung.
Pressestimmen
Die Szene schreibt: "Regisseurin Maria Brendle gelingt dabei ein sensibles, eindringliches Zeit- und Charakterporträt. Statt einfacher Schuldzuweisungen stellt der Film allerhand unbequeme Fragen wie: War Frieda Täterin, Opfer oder gar beides?"
Programmkino.de findet: "Der kontrolliert erzählte, stark gespielte Mix aus Historienfilm und Gerichtsdrama beeindruckt mit der ungeschliffenen Authentizität seiner Figuren und einer unaufdringlichen, aber dennoch absichtsvollen Inszenierung."
Regie Maria Brendle
Drehbuch Michèle Minelli, Robert Buchschwenter
nach dem Buch von Michèle Minelli
Kamera Hans Syz
Musik Mark Bächle
Besetzung Julia Buchmann, Maximilian Simonischek, Stefan Merki, Rachel Braunschweig, Liliane Amuat
CH 2024, 105 Min., dtF