Kino für alle

Wir bieten Audiodeskription und Vorstellungen mit erweiterten Untertiteln

Möchten Sie einen deutschen Film in einer bereits angekündigten Vorstellungen mit erweiterten Untertiteln auf der Leinwand sehen? Melden Sie sich bei unserem Büro unter office@abaton.de mindestens 3 Tage vorher, dann schalten wir die Untertitel - falls vorhanden - gern dazu.
Möchten Sie einen Wunschtermin mit uns vereinbaren? Kontaktieren Sie uns unter office@abaton.de, Vormittagsvorstellungen ab 10 Personen sind bei uns auch kurzfristig möglich.

Über die Smartphone-App Greta können Sie die Audiodeskription für zahlreiche aktuelle Kinofilme herunterladen, so dass Sie den Film mit Ihrem Smartphone und den eigenen Kopfhörern erleben können. Eine Liste aller Filme, für die eine Audiodeskription über Greta verfügbar ist, finden Sie auf der Greta-Website.

Bei folgenden Filmen sind erweiterte Untertitel für Hörgeschädigte möglich:

Filmtitel
Ausstattung
Aktuelle Filme
Aus dem Nichts

Dokumentarfilm
Draußen in meinem Kopf

Dokumentarfilm
303

Dokumentarfilm
Aktuelle Kinderfilme
Die kleine Hexe
Verfilmung 2018
Dokumentarfilm

Aus dem Nichts

Regie: Fatih Akin
DE 2017, 106 Min., dt.F., ab 12
Start war 23.11.17

Golden Globe für Fatih Akin!

Eine Bombe der NSU hat ihren Mann und ihren Sohn getötet. Katja ist verzweifelt, aber noch schlimmer ist es, daß die Polizei nicht den Schuldigen sucht, sondern in der Drogenvergangenheit ihres Mannes rumstochert. Sogar als die Attentäter im Gerichtssaal sitzen, trampelt der Verteidiger noch darauf herum. Katja ist mit dem Urteil nicht zufrieden. So kann es, so darf es nicht enden…

Nach einem der NSU-Morde inszeniert Fatih Akin einen Thriller, der uns mitnimmt in die Trauer und in die Wut über das erfahrene Unrecht. Fatih Akin: „Natürlich haben mich die Morde empört“, sagt Akin, „aber richtig schlimm fand ich, dass Polizei und Geheimdienst jahrelang im Umkreis der Opfer nach den Tätern gesucht haben und dabei die Opfer als Mafiosi oder Drogendealer verunglimpften. Auch die Medien haben dabei mitgemacht. Diese Menschen sind zweimal gestorben!“.

Getragen wird diese Abrechnung mit einem deutschen Phänomen von Diane Kruger in der Rolle der Katja. Sie ist fast in jedem Bild gegenwärtig. Sie ist es, die uns mitnimmt auf eine schwere Reise zu einer schweren Entscheidung.

Bei den Golden Globes wurde ,Aus dem Nichts‘ (engl. ,In the Fade‘) als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Außerdem ist ,Aus dem Nichts‘ der deutscher Beitrag für die Oscars, die am 4. März vergeben wurden (und wo ,Eine fanstastische Frau‘ prämiert wurde).

Zweimal wurde ,Aus dem Nichts‘ beim Deutschen Filmpreis Lola prämiert:als Bester Film (Silber) und für das Drehbuch von Fatih Akin und Hark Bohm.

„Film und Psychoanalyse“
In der Matinee am 10. Juni begleitet der Diplompsychologe Andreas Weber-Meewes vom Michael Balint Institut Hamburg den Film.


Die kleine Hexe

Verfilmung 2018

Regie Michael Schaerer
DE 2017, 103 Min., dtF, frei ab 0/empf. ab 6
Start war 1.2.18

Die kleine Hexe von Otfried Preußler kommt ins Kino

Bald ist wieder Walpurgisnacht. Aber die kleine Hexe darf nicht dabei sein. Sie ist erst 127 Jahre alt und das ist definitiv zu jung für die mittsommerliche Tanznacht. Und für’s Hexen selbst ist sie auch noch zu jung. Soweit die Hexenregeln… (mehr ---> )


Das schweigende Klassenzimmer

Regie: Lars Kraume
DE 2017, 111 Min., dtF, ab 12
Start war 1.3.18

Noch keine 18 und schon ist die Stasi hinter dir her

1956 sind Theo und Kurt Abiturienten in Eisenhüttenstadt (damals: Stalinstadt). Bei einem Kinobesuch in West-Berlin erfahren sie von der blutigen Niederschlagung der Aufstände in Budapest. Zusammen mit ihren Mitschülern halten sie eine Schweigeminute im Klassenraum ab. (mehr ---> )


Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?

Drehbuch, Regie: Lola Randl
DE/NL 2016, 94 Min., dtF, ab 12
Start war 8.3.18

Luisa hat sich verdoppelt

Luisa und Richard sind die Art Paar, das keines mehr ist. Zum Glück hat Luisa jetzt in Leo einen heißblütigen Liebhaber gefunden! Der Umstand, dass Leopold Richards Chef ist, kompliziert die Dinge allerdings etwas. Wie dumm, dass Richard sich den Rücken verknackst hat und jetzt nicht mehr mit seiner alten Klasse auf Fahrt geht. Da geht ein schönes Wochenende mit Leo verloren.

Eines morgens wacht die gestresste Luisa neben Ann auf. Die entpuppt sich als ihre bessere Hälfte: immer entspannt und gut drauf. Nie verlegen, ihre Wünsche durchzusetzen. Aber Luisa ist clever: Wenn Ann bei Richard bleibt, kann Luisa mit Leo wegfahren…

Lola Randl lädt mit ,Fühlen Sie sich manchmal…‘ zu einer kurzweiligen Verwechslungskomödie ein, die mit smarten Dialogen glänzt. Nebenbei sei erwähnt, dass die Darsteller von Luisa und Richard – Lina Beckmann und Charly Hübner – auch im richtigen Leben ein Paar sind.


Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier

Regie: Mike Marzuk
DE 2018, 102 Min., dtF, frei ab 0/empf. ab 8
Start war 15.3.18

Fünf Freunde – das fünfte Abenteuer

Es ist wieder Sommer und die fünf Freunde sind auf dem Weg zu einer Hochzeit. Doch dann gibt’s eine Autopanne und sie landen in einer Kleinstadt, wo gerade auf einem Empfang ein seltener Saurierknochen präsentiert wird. Ein Mann prahlt damit, dass er das Tal kennt, wo der Rest des Sauriers liegen soll. Und schon wird die Karte gestohlen … und schon haben die Fünf die Spur aufgenommen und starten in ein neuen, spannendes Abenteuer.


1000 Arten Regen zu beschreiben

Regie: Isa Prahl
DE 2017, 91 Min., dtF, ab 12
Start war 29.3.18

Wenn der Sohn sich einschließt

Seit vielen Wochen ist die Tür zu: Mike, gerade 18 geworden, hat sich eingeschlossen. Basta. Wir – als Zuschauer – bekommen den eigenwilligen Jugendlichen so wenig zu sehen, wie die Eltern und seine Schwester. Wir sehen seine Familie, die wartet, fragt, fordert, fleht, verzweifelt, ignoriert und hofft…

,1000 Arten Regen zu beschreiben‘ bezieht sich auf das japanische Phänomen Hikikomori, das sich zunehmend auch in Westeuropa verbreitet. In Japan soll es bereits mehr als 1 Millionen Jugendliche geben, die sich von der Gesellschaft zurückziehen und sich über Wochen, manchmal Monate und sogar Jahre in ihr Zimmer einschließen. Leistungsdruck, sozialer Druck, aber auch Entscheidungsdruck in einer Fülle an Möglichkeiten drängen in dieser Phase der Selbstfindung schließlich in die Isolation.


Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Regie: Dennis Gansel
DE 2018, 110 Min., dtF, frei ab 0/empf. ab 6
Start war 29.3.18

Kinofilm nach dem Buch von Michael Ende

1960 erzählte Michael Ende von der Insel Lummerland mitten im Ozean, vom Findelkind Jim Knopf und seinem großen Freund, dem Lokomotivführer Lukas. 1961 beglückte die Inszenierung der Augsburger Puppenkiste die kleinen Fernsehzuschauer. Ende März kommt diese Real-Verfilmung ins Kino mit den Abenteuern der beiden auf dem Meer, in der Luft, in der Wüste und beim Drachen Frau Mahlzahn.


Draußen in meinem Kopf

Regie: Eibe Maleen Krebs
DE 2018, 99 Min., dtF, ab 12
Start war 26.4.18

Nach einer wahren Geschichte

Christoph beginnt sein Freiwilliges Soziales Jahr. In einem Pflegeheim soll er als persönlicher Betreuer des 28-jährigen Sven arbeiten. Dieser junge Mann leidet an Muskeldystrophie, Arme und Beine gehorchen ihm nicht mehr. Er braucht jede erdenkliche Hilfe, um zu überleben. Das Zimmer, in dem er liegt, hat er in einen Mikrokosmos verwandelt, den er souverän beherrscht. Ab jetzt ist Christoph für Sven zuständig, die beiden sind ab sofort ständig zusammen.

Svens Humor wirkt zuerst fremdartig und bedrohlich auf Christoph. Allmählich beginnt Sven, sich zu öffnen, und Christoph ist bald auf eine Art gefordert, die er nicht erwartet hat. Echte Nähe und Vertrauen entstehen, sodass Sven Christoph seinen innigsten Wunsch anvertraut…

Die Regisseurin Eibe Maleen Krebs lässt den Film ausschließlich in Svens Zimmer spielen – das Judith Kaufmann immer wieder aus überraschenden Perspektiven einfängt. In dem so bewusst beschränkten Film stellt sie große Fragen. Nach Leben und Tod, nach dem Wert des Lebens, und wann es nicht mehr lebenswert ist. Über die Aufgabe der Intimsphäre als Schwerkranker. Ein Film, der keine Antworten gibt, und den man voller Fragen zu diesen Themen verlässt.

Vorstellung mit Gast
Am 11. Juni um 20 Uhr ist die Regisseurin Eibe Maleen Krebs zu Gast. Evtl. weitere Gäste.


303

Regie: Hans Weingartner
DE 2018, 139 Min., dtF, ab 12
Start 19.7.18

Ein alter Mercedes und zwei junge Menschen

303 ist ein bewegendes und inspirierendes Roadmovie von Hans Weingartner, in dem die Protagonisten Jule und Jan mit einem Mercedes „303“ Oldtimer-Wohnmobil aus den 70er Jahren von Berlin bis nach Portugal fahren.

Getragen wird der Film von tollen Landschaftsaufnahmen und langen, aussagekräftigen Dialogen zwischen zwei Menschen mit gegensätzlichen Grundeinstellungen, denen man als stiller Beobachter nicht aufhören kann zuzuhören.

Am Ende des Sommersemesters wollen Jule (Mala Emde) und Jan (Anton Spieker) unabhängig voneinander von Berlin Richtung Süden fahren. Jule ist schwanger und möchte mit ihrem Freund, der in Portugal an seiner Doktorarbeit schreibt, persönlich über ihre Zukunft sprechen. Sie packt ihre Sachen und macht sich mit ihrem alten Wohnmobil, das sie von ihrem Bruder vererbt bekommen hat, auf den Weg. Jan möchte nach Nordspanien reisen, um dort seinen leiblichen Vater endlich kennenzulernen, wird jedoch von seiner Mitfahrgelegenheit versetzt. 

So treffen beide auf einem Rastplatz in Berlin aufeinander und obwohl Jule nicht in bester Verfassung ist, bietet sie Jan an, ihn ein Stückchen mit zu nehmen. Doch nach kurzer Zeit entbrennt ein heftiger Streit über das Thema Suizid, sie fühlen sich von der offensichtlich anderen Meinung des Gegenübers angegriffen. Jule schmeißt Jan kurzerhand wieder raus, abends landen beide jedoch wieder am gleichen Ort. Jan kann Jule zufällig vor einem sexuellen Übergriff retten, bei dem anschließendem Beruhigungstee merken die beiden, dass sie sich eigentlich doch gar nicht so doof finden. 

Am nächsten Morgen beginnt ihre gemeinsame Weiterreise, auf der immer wieder Diskussionen über das menschliche Wesen, die Liebe und Beziehungen beginnen. Debattierend bahnen die beiden sich ihren Weg durch Europa und kommen dabei nicht nur ihren eigentlichen Zielen und somit dem Ende ihrer Zweisamkeit, sondern auch sich immer näher. Der Film erlaubt es, dass der Zuschauer mitreist, im Wohnmobil sitzend von Land zu Land, dabei die Dialoge von Jule und Jan wie ein Hörspiel im Ohr.

Durch die starken schauspielerischen Leistungen und die interessanten Themen, die generationsübergreifend ansprechen, ist der Film fesselnd und spannend, ohne jeglichen Bedarf nach mehr Action. Die tollen Aufnahmen und die Stimmungen im Film feiern beinahe unmerklich Europa. Bei jeder Landesgrenze klatschen Jule und Jan sich ab, sie haben die Möglichkeit unbeschwert von einer Nation in die nächste zu Reisen und immer wieder neue Landschaften zu entdecken, ein Privileg, an das wir uns erinnern müssen, es zu haben.

Auch die Echtheit des Films berührt, nicht nur hat diese Reise wirklich stattgefunden, wenn auch mit Crew, es musste sich immer wieder an die Umstände außerhalb von Filmstudios angepasst werden und es war viel Übung und Vertrauen notwendig, um das Verhältnis zwischen Jule und Jan samt ihren Dialogen real und spontan wirken zu lassen. Dabei wird dem Zuschauer keine Meinung aufgezwungen, er darf zwischen den Argumenten schweben und den Protagonisten dabei zusehen, wie sie sich trotz ihrer verschiedenen Ansichten immer mehr aufeinander zubewegen und lernen, auch andere Meinungen zu schätzen. Auch auf der körperlichen Ebene kommen sie sich von Land zu Land immer näher, was eine Faszination für das Verlieben mit sich bringt, gerade für die zufälligen und ungeplanten, ungewollten Gefühle füreinander.

Geschrieben von Lea Goltz
Praktikantin im Abaton

Premiere
ist am 17. Juli um 20.15 Uhr mit Regisseur Hans Weingartner und den Hauptdarstellern Mala Emde und Anton Spieker.