Das Mädchen mit dem Perlenohrring

Regie Peter Webber
nach einem Roman von Tracy Chevalier
Kamera Eduardo Serra
Darsteller Scarlett Johannson, Colin Firth, Tom Wilkinson, Judy Parfitt, Essie Davis
GB/Luxemburg 2003, 95 Min., dt.F.
 feste Termine im  FilmABC
 „Film und Psychoanalyse“ 12.5. um 11:00 Uhr

Ein Maler und sein Modell – zwei Welten

Das Gemälde mit diesem Titel ist eines der bekanntesten Werke des holländischen Malers Jan Vermeer. Über den 1675 im Alter von nur 43 Jahren in Delft gestorbenen Künstler ist nur wenig bekannt. Das Mädchen auf dem Bild ist unbekannt.

Die Autorin Tracy Chevalier hat sich in das Bild hineingedacht ... und erfand das Mädchen Griet, das bei Vermeer als Bedienstete arbeitet, um den Unterhalt für ihre Familie aufzubringen. In ruhigen Bildern erzählt der Film ihre Geschichte, sieht zwischen dem Maler und der Magd ein Verhältnis aufkeimen, das in Delft bald zum Stadtgepräch wird. Im 17. Jahrhundert brauchte es dazu nicht viel. Die Tatsache, daß Griet mit Herrn Vermeer Gespräche führt, statt nur Weisungen zu befolgen, wiegt schwerer, ist unerhörter als die schnell unterstellten Schäferstündchen im Atelier des Künstlers.

Griets Position im Hause Vermeer wird endgültig unhaltbar, als der Maler verlangt, sie solle für das Porträt eine Perle tragen. Perlen sind nicht für Mägde! Es ist völlig undenkbar, daß sie Perlen trägt. Griet lehnt ab, aber sie trägt den Schmuck dann doch – unter Tränen...

„Film und Psychoanalyse“
In der Matinee am 12. Mai ist in Kooperation mit dem Michael Balint Institut Hamburg (MBI) nach dem Film der Hamburger Diplompsychologe Nikolaus Becker (Mitglied des MBI) zu Gast.