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Die Wütenden

Les Misérables
Regie: Ladj Ly
Drehbuch mit Giordano Gederlini, Alexis Manenti
Kamera: Julien Poupard
Musik: Pink Noise
Darsteller: Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djebril Didier Zonga, Issa Perica, Al-Hassan Ly, Sofia Lesaffre
FR 2019, 102 Min., frz.OmU|dtF, ab 16, Schulvorstellungen
Läuft seit 23.1.2020
 feste Termine im  FilmABC

Ladj Ly

„Es gibt weder Unkraut noch schlechte Menschen.
Es gibt bloß schlechte Gärtner.“ Victor Hugo

Stéphane ist ein erfahrener Polizist, aber noch neu bei der Truppe, die ihren Dienst tut in der Pariser Cité ,Les Bosquets‘ bei Montfermeil im östlichen Randbezirk der Millionenstadt. In dieser Vorstadt-Siedlung gelten eigene Gesetze. Schon am ersten Tag – Stéphane soll sich alles vom Rücksitz des Autos der Polizisten ansehen – ist klar, dass seine neuen Kollegen – der aufbrausende Chris und ruhige Gwada – sich nicht immer an die Regeln halten. Sie haben sich den Gesetzen der Straße und der Clans angepasst, wozu auch gehört, dass der größte Verbrecher des Viertels sich selbst zum „Bürgermeister“ ernannt hat. Der Status Quo ist ein labiles Gleichgewicht. Alle Aktionen dienen dazu, die Balance zu halten. Was die Gesetze sagen, ist weniger wichtig.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, beginnt mit einem geklauten Löwenbaby (!). Das ist das Maskottchen des „Bürgermeisters“. Bei ihrem Tierfänger-Einsatz entpuppen sich die Jugendlichen als erstaunlich wehrhaft. Chris entscheidet, Gummigeschosse einzusetzen. Irgend so ein junger Idiot hat den Einsatz per Drone gefilmt…

Der Regisseur Ladj Ly stammt aus Mali und ist in Montfermeil aufgewachsen. Sein Film bezieht sich auf die Unruhen in den Cités in 2005 und 2006 – nachdem zwei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei sich in einem Transformator-Häuschen versteckten und dort starben. Für die Eltern der Randalieren mussten damals ihre Autos irgendwo weitab in Paris parken – oder es wurde abgefackelt. 2008 hatte Ladj Ly zufällig einen brutalen Polizei-Einsatz gefilmt. Seine Bilder waren Beweismittel in den Prozessen gegen die Polizisten. Nach mehreren Dokumentarfilmen über das Viertel zeigt er in seinem spannenden, lebensnahen Spielfilm das Leben dort heute: wozu eine Jugend gehört, die keine Chance hat (und ihre Art, sie zu nutzen).

Victor Hugo hat seinen Roman ,Les Misérables‘ in Montfermeil spielen lassen; auch dort geht es um einen Aufstand. Ob es im Film weitere Ähnlichkeiten zu Hugos Buch gibt, ist dem Auge des Zuschauers überlassen.