Drei Gesichter

Regie: Jafar Panahi
Kamera: Amin Ja’fari
Dialoge mit Nader Saeivar
Darsteller: Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei, Shahrzad
Iran 2018, 100 Min., dtF|farsi.OmU
Start war 27.12.2018
 feste Termine im  FilmABC

Jafar Panahi

Drei Schauspielerinnen

Jafar ist Regisseur. Eines Tages erhält er auf Instagram eine Video-Nachricht, die sich an seine Freundin, die bekannte Schauspielerin Behnaz Jafari richtet. Als sie gemeinsam das Video anschauen, sehen sie ein Mädchen aus einem Dorf im Norden des Landes, die Behnaz um Hilfe bittet, weil sie nicht Schauspielerin werden darf, obwohl sie in der Schule in Teheran angenommen wurde. Das Video endet scheinbar mit dem Selbstmord der jungen Frau. Jafar und Behnaz brechen in das Dorf auf, um der Sache auf den Grund zu gehen…

Der iranische Regisseur Jafar Panahi hat Arbeitsverbot. Nach ,Taxi Teheran‘ hat er wieder einen „privaten“ Film gedreht – in dem er selbst mitspielt und die Zuschauer sanft zu Dingen und Ereignissen führt, die das Leben, die Menschen und Missstände in seinem Land zeigen. Wie ein Gleichnis zeigt er das Beispiel einer Straße um eine Bergkuppe, auf der die Dörfler nur einzeln fahren, sich dabei nicht gegenseitig sehen können und eine komplexe Hup-Kommunikation entwickelt haben, um die Nutzung der Straße doch möglich zu machen: Genial und unmöglich zugleich. Die Dörfer, in denen er drehte, liegen im Nordwesten des Iran, im sehr traditionellen, türkischsprachigen Teil des Landes.

Im Mittelpunkt des Films stehen die Schicksale von drei Schauspielerinnen. Seine Freundin Behnaz Jafar konnte einerseits ihren Traum verwirklichen und in selbst organisierten, kritischen Filmen auftreten, musste dafür aber viele Kompromisse machen. Noch unter dem Schah-Regime war die Darstellerin Shahrzad ein Star. Ihre Filme kennt bis heute jeder, aber sie selbst wird verachtet und beiseite gestoßen. Heute lebt sie zurückgezogen in einem Dorf. Und dann ist da noch eine junge Frau…