Prinzessin Diana, gespielt von Kristen Stewart, betritt in einem kleinen Dorf den Pub, um nach dem Weg zu fragen. Alle erkennen sie, flüstern einander zu. Im besten Englisch fragt sie: „Excuse me, I’m looking for somewhere. There are no signs. Where am I?“
Zum Weihnachtstreffen auf einem der königlichen Landsitze ist bereits die gesamte Familie versammelt. Auch Prince Charles, William, der kleine Harry und Queen Elisabeth sind bereits anwesend. Nur Diana kommt verspätet. Nichts ist für sie inzwischen unerträglicher als die Rituale und Traditionen des Königshauses. Ihr kalter Ehemann und die Verachtung des Personals sind zusätzliche Demütigungen. Während sie durch die langen Gänge des Schlosses läuft, während sie an dem schier endlosen Dinner teilnimmt, beginnen Wahrheit und Wahn sich zu vermischen.
Der chilenische Regisseur Pablo Larraín zeichnet mit ,Spencer‘ – nach ,Jackie‘ über Jacqueline Kennedy in den Tagen nach dem Attentat – ein zweites Mal eine Frau in der Krise. Der Regisseur über seinen Film: „Wir alle sind seit Kindertagen mit Märchen vertraut, doch Diana Spencer veränderte deren Paradigmen und die idealisierten Vorbilder der Popkultur von Grund auf. Dies ist die Geschichte einer Prinzessin, die nicht Königin werden wollte, sondern sich eine eigene Identität erschuf. Sie stellte die Märchenwelt auf den Kopf.“
Gedreht wurde übrigens in drei deutschen Schlössern – Kronberg in Hessen, Marquardt bei Potsdam und Nordkirchen in der Nähe von Coesfeld – und im Studio in England. Zum Abschluss noch einmal ein Hinweis auf Kristen Stewart, die für ihre Darstellung auf bisher 17 Film - Festivals als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Womöglich kommt da bald ein Oscar dazu?
Regie Pablo Larraín
Drehbuch Steven Knight
Kamera Claire Mathon
Musik Jonny Greenwood
Besetzung Kristen Stewart, Jack Farthing, Timothy Spall, Sally Hawkins, Sean Harris
UK 2021, 117 Min., engl.OmU, ab 12