Sergei Anatoljewitsch Torop hatte 1991 ein Erweckungserlebnis. Seit diesem Tag nennt er sich Wissarion. In jahrelanger Arbeit hat er am Rand des Tiberkul-Sees im Süden der Sowjetunion ein Modelldorf aufgebaut. Die Anhänger gründeten weitere Dörfer und leben im Prinzip autark. Heute wohnen in den Dörfern ca. 5000 Menschen, die sich vom Rest der (nicht nur) russischen Gesellschaft verabschiedet haben. Sie glauben, dass Wissarion eine Wiedergeburt Christi ist und leben nach seiner ökologisch-spirituellen Lehre.
Die Menschen dort bilden eine spirituelle Gemeinschaft, die glücklich im Einklang mit sich selbst und der Umwelt zu leben scheint.
Die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin sagt es so: „Wie Planeten um die Sonne drehen sich die Leben dieser Menschen um Wissarion, nahezu ohne ihm eigentlich zu begegnen. Der Film fragt nicht: Ist Wissarion wirklich Gottes Sohn? Er fragt vielmehr: Sind die Menschen hier glücklicher als an dem Ort, von dem sie kamen?“
Der Film der deutschen Regisseurin Kristina Shtubert taucht für 100 Minuten in diese fremde Welt ein.
Pressestimmen
"Aus ihrer anfänglichen Faszination für die Utopisten macht auch die Regisseurin keinen Hehl. (...) Dem Kinopublikum habe sie keine Sichtweise aufzwingen wollen. Dementsprechend beobachtend ist der von Shtubert gewählte Erzählmodus, dementsprechend wenige und behutsame Rückfragen stellt sie.", erklärt Kino-Zeit.
"Aussteiger, Außenseiter und Alteingesessene: Shtuberts Film legt nahe, dass das Leben in der Sonnenstadt für sie vielleicht wirklich besser ist als alles, was das übrige Russland ihnen zu bieten hat – ganz zu schweigen von der orthodoxen Amtskirche, die sich durch Wissarions Lehre herausgefordert sieht.", schreibt Kunst+Film.
Regie Kristina Shtubert (Dokumentarfilm)
Kamera Hanna Mayser, Ekaterina Smonila, Anton Petrov
DE 2024, 105 Min., dtF