Der 28-jährige Aaron und seine Mutter Susanne haben sich mehrere Jahre nicht gesehen und nicht gesprochen. Als Aaron seine Mutter erstmals wieder besucht, möchte er ins Gespräch kommen. Ihre Beziehung, die von vielen nie bearbeiteten Konflikten geprägt ist, aufarbeiten. Nach der jahrelangen Funkstille ist der Sohn bereit, sein Schweigen zu brechen und er beginnt damit, seiner Mutter vorzuwerfen, ihn als Kind nicht beschützt zu haben. Aber das ist nur der Anfang…
Aaron will die Gespräche mit ihr filmen, festhalten. Susanne willigt ein. Dann geht sie in die Offensive, statt sich zu verteidigen. Trotz gegensätzlicher Standpunkte und harter Anschuldigungen ringen beide bis an ihre Grenzen um das Verständnis des/der Anderen.
Auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis, wo der Film seine Premiere hatte, wurde er so angekündigt: „In gnadenloser Direktheit legt der Film den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft: Überforderung, (sexualisierte) Gewalt, enttäuschte Lebensmodelle und biographische Verstrickungen sind der Nährboden für diesen existenziellen Konflikt, der so schmerzhaft wie vielseitig anschlussfähig ist. Nicht zuletzt zeigt sich die ganze Palette der menschlichen Erlösungsbedürftigkeit in diesem mutigen, spröden und aufwühlenden Film.“
Und in der Begründung für den Preis der ökumenischen Jury: „So schonungslos die handelnden Personen miteinander umgehen, geht der Film mit den Zuschauenden um: Ein Film, über den man reden muss!“
Pressestimmen
"Scham erzählt intermedial vielschichtig davon, dass auch die abgeschlossensten, emotional fragilsten eigenen Räume aufgebrochen werden können: durch Gespräche und Zuhören.", findet epd Film."Die dramaturgische Intensität von Scham erinnert an die Psychodramen eines Ingmar Bergman, die Präsenz der Schauspieler an die zerrissenen Fassbinder-Figuren, das sich immer weiter in die Untiefen der Psyche schraubende Drehbuch an die intellektuell-abgründigen Planspiele der Erwachsenen bei Lars von Trier.", so artechock.
"Zeigt in ihrem schutzlosen, entgrenzten, ungeheuer intensiven Spiel immer auch eine leise Hoffnung auf einen versöhnenden Neuanfang.", sagt Radio Eins.
Hamburger Premiere
Am Mittwoch, 4. Februar um 19.30 Uhr sind Regisseur Lukas Röder sowie die Hauptdarsteller*innen Heike Hanold-Lynch und Til Schindler zu Gast, die für ihre Darstellung mit dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnet wurden.
Drehbuch, Regie Lukas Röder
Kamera Louis Dickhaut
Schnitt Lukas Röder
Musik Heavensgate
Besetzung Heike Hanold-Lynch, Til Schindler
DE 2025, 86 Min., dtF