Ohne Dr. Christoph Zöckler und eine eingeschworene Gruppe internationaler Ornithologen wäre er längst ausgestorben. Die Flugroute des spatzengroßen Watvogels verläuft von Russland über Nordkorea, China bis nach Myanmar und führt so durch die Krisenregionen des letzten Jahrzehnts. Die Arbeit der wissenschaftlichen Task-Force wird unversehens zu einer politischen Herausforderung und einem diplomatischen Balanceakt zwischen den beteiligten Ländern.
Während ein ambitionierter Zuchtversuch in England zu scheitern droht, erreicht der Spoonbilled Sandpiper in China ungeahnte Popularität. Von seinen Fans liebevoll als „Spoonie“ bezeichnet, wird er zum Poster-Boy der erwachenden chinesischen Umweltbewegung.
Dennoch: Während seine Bekanntheit wächst, nimmt die Zahl der real existierenden Vögel trotz aller Bemühungen immer weiter ab. Die Ornitologen diskutieren, ob es noch ein-, zwei- oder vielleicht dreihundert brütende Paare auf der Welt gibt. In Spoonies Schicksal spiegelt sich der Kampf um die bedrohte Vielfalt in einer zerbrechlich gewordenen Welt.
Pressestimmen
"Der Film verlegt sich ganz auf Geduld, auf genaues Zuhören und Beobachten. In der Tradition des „Direct Cinema“ kommentiert er nicht, ordnet nicht ein, gibt die Namen mancher Protagonisten erst im Abspann preis.", schreibt Kino-Zeit.
Filmdienst fasst zusammen: "Der Dokumentarfilm (...) zeigt zwischen leisen Symbolbildern und der Hingabe der Naturschützer, wie frustrierend und dennoch unumgänglich Artenschutz in einer multipolaren, spätkapitalistischen Welt ist."
Drehbuch, Regie Till Harms (Dokumentarfilm)
Kamera Börres Weiffenbach
Musik Johannes Schmelzer-Ziringer
DE 2025, 87 Min., dtF