Ein abgeschiedener Hof in der Altmark. Der Film erzählt von vier Frauen, die dort zwischen 1910 und 2020 gelebt haben, deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof.
Alma entdeckt, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde und glaubt, dem gleichen Schicksal folgen zu müssen. Erika verliert sich in einer gefährlichen Faszination für ihren versehrten Onkel. Angelika balanciert zwischen Todessehnsucht und Lebensgier, gefangen in einem brüchigen Familiensystem. Nelly schließlich, die in Geborgenheit aufwächst, wird von intensiven Träumen und der unbewussten Last der Vergangenheit heimgesucht.
Ein tragisches Ereignis auf dem Hof hebt die Grenzen zwischen den Zeiten auf…
Mascha Schilinski hat mit ihrem Film ein Frauen-Portrait geschaffen, das filmisch und erzählerisch mutige Wege einschlägt und dabei immer mehr Kraft entwickelt. Die Kamera von Fabian Gamper gleitet dabei von Szene zu Szene. Bei seiner Aufführung in Cannes wurde der Film sehr positiv aufgenommen und bekam schließlich den „Preis der Jury“. Außerdem ist der Film der deutsche Oscar-Kandidat.
Pressestimmen
"Ein unglaublich reifer Film, intelligent inszeniert. Man kann es kaum glauben, dass wir es hier erst mit dem zweiten Spielfilm dieser Regisseurin zu tun haben.", sagt Deutschlandfunk Kultur.
Die taz findet: "Ein Film, der mit leisen Geräuschen wie dem Knacksen einer Vinylschallplatte oder dem Surren einer Biene arbeitet, mit körnigen, atmosphärischen Bildern, die die Stofflichkeit des Films selbst spürbar machen."
"Eine große Kinoerfahrung, die man sich nicht entgehen lassen will, ein imponierender Angriff auf den eigenen Erinnerungsschatz, der unwillkürlich nach Anknüpfungspunkten sucht.", schreibt die Frankfurter Rundschau.
"’In die Sonne schauen’ bildet eine kollektive, vielleicht auch metaphysische Erfahrung ab. Es ist der bemerkenswerte Versuch, das Kino von alten Erzählformen zu entstauben, zugunsten eines Erzählens, das mehr der Erinnerung und dem Traum ähnelt. Die Welt hinterlässt ihren Abdruck auf der Netzhaut.", so der NDR.
Regie Mascha Schilinski
Drehbuch mit Louise Peter
Kamera Fabian Gamper
Musik Eike Hosenfeld
Besetzung Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler, Susanne Wuest, Luise Heyer, Lea Drinda
DE 2025, 149 Min., dtF, ab 16