Im Sommer 1914 kommt der Kameruner Paul Messi nach Hamburg, um am kurz zuvor gegründeten Hamburgischen Kolonialinstitut als Übersetzer mitzuarbeiten. Durch den Beginn des Weltkrieges kann Messi nicht nach Kamerun zurück. Die Studenten, die Mitarbeiter wurden eingezogen. Die Gebäude sind leer.
Kolonialbeamte – so war die Absicht – sollten im Institut ausgebildet werden. Um Völkermorde und Massaker zu verhindern. Um den Kolonialismus auf eine „wissenschaftliche Basis“ zu stellen. Dabei arbeiteten Kolonialismus und Wissenschaft schon lange Hand in Hand, waren über Jahrzehnte hinweg ohne einander kaum denkbar. Das Sammeln und Beobachten, Registrieren, Kartografieren, Ordnen und Hierarchisieren der Wissenschaft war Herrschaftstechnik. Und der Kolonialismus erschloss den Wissenschaftlern eine Welt, die ihnen sonst nicht zugänglich war. Dabei griffen die Forscher auf das Wissen von Experten vor Ort zurück, deren Beteiligung verschleiert wurde.
In fünf Kapiteln durchzieht der Film die Archive und Sammlungen der Universität, auf der Suche nach den Spuren des Kolonialismus, aber auch der Stimmen, die zum Verstummen gebracht wurden. Der Film geht auf Expedition nach Zentralafrika, liest die Briefe, die Paul Messi nach Hause schrieb, und sucht einen Schädel, den dieser nicht sehen darf.
Sondervorstellung
Am Dienstag, 8. April zeigen wir um 17 Uhr den Film in einer Sondervorstellung mit einer Einführung durch Dr. Kim Todzi in Kooperation mit der Universität Hamburg.
Der Eintritt ist frei. Freikarten gibt es am Veranstaltungstag an der Kinokasse.
Regie Daniel Kulle
Kamera Daniel Kulle, Jana Stüven
Sprecherin: Stella Jürgensen, Michel Amana
Mit Matthias Glaubrecht, Gabriele Kranz, Nashilongweshipwe Mushaandja, Vitjitua Ndjjiharine, Philipp Osten, Kim Sebastian Todzi
DE 2019, 89 Min., OmU