| Jiddische Filmklassiker Vier einzigartige Dokumente jiddischen Lebens gibt es im Dezember und Januar in Abaton wieder zu entdecken. Wir zeigen die Filme des jüdischen Regisseurs Joseph Grünberg (1900 1996), die dieser zwischen 1936 und 1938 in Polen und New York gedreht hat. Joseph Grünberg, selbst polnischer Jude, lebte seit den 20er Jahren in New York und Hollywood, wo er feststellte, dass man in den amerikanischen Künstlerkreisen weit mehr Jiddisch als Englisch sprach. So entstand die Idee, Filme für dieses Publikum zu machen und ihnen die Wurzel ihrer jiddischen Kultur über die Kinoleinwand nahe zu bringen. Grünberg war besonders bemüht um Authentizität und wollte ein realistisches Bild des jüdischen Lebens in Osteuropa zeichnen.So sind einzigartige Bilder des „jiddischen Stetl“ entstanden, die weder ironisierend noch verklärend sind. Mit viel Augenzwinkern zeichnet Grünberg den jüdischen Familienvater als liebenswerten Schöngeist, der jedoch im alltäglichen Leben ohne seine patente Frau oder Tochter nicht zurecht käme. Die Filme vermitteln uns in ihrer großen Bandbreite vom schelmischen Witz bis zu Schwermut eine Kultur, die kaum drei Jahre später durch die Nazis vernichtet wurde. Gedreht wurden die Filme in Jiddisch, später versehen mit englischen Untertiteln. Die große Verwandtschaft des Jiddischen mit der deutschen Sprache macht die Filme jedoch auch so verständlich. Und diese sprachliche Nähe zeigt uns deutlich, dass mit dem Untergang dieser jiddischen Kultur auch ein Teil unserer eigenen Kultur verloren gegangen ist. Werner Grassmann führt vor der Vorstellung in den Film ein. |