Boxhagener Platz

Regie Matti Geschonneck
nach dem Roman von Torsten Schulze
Kamera Martin Langer, Musik Floran Tessloff
Darsteller Samuel Schneider, Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Meret Becker,
                  Herman Beyer, Klaus Manchen, Horst Krause
BRD 2009, 102 Min., ab 6

Läuft seit 4.3.

Bis 4.8. keine festen Termine.



Eine Liebeserklärung an Berlin

Sieben Jahre nach dem Mauerbau. In Berlin West gehen die Studenten auf die Straße, in Prag wird die Revolution mit Panzern erstickt. In Berlin Ost hat Großmutter Ottilie wirklich andere Sorgen. Beschränkte Versorgungslage hin und her, ihr Problem ist die Kurzlebigkeit ihrer Männer. Nummer Sechs liegt im Sterben! „Otti“ bändelt schon ’mal mit dem nächsten an...

Holger ist 12 und ist viel lieber bei seiner Großmutter als zuhause bei seinen Eltern. Die Mutter träumt immer nur vom unerreichbaren Westen, sein Vater ist „Abschnittsbevollmächtigter“ (eine Umschreibung für: Polizist) im Viertel um den Boxhagener Platz. Noch spannender ist allerdings Karl, Ottis neuer Geliebter. Der Lebenskünstler kann ungeheuer geheimnisvolle Sachen sagen, mit denen man Mädchen super beeinddrucken kann!
Dann ist da noch die Leiche vom Fischhändler Winkler...

Der Boxhagener Platz in Friedrichshain ist eine große, unbebaute Insel mit Bäumen und Grün mitten im Häusermeer: ein Ort der Begegnung, wo immer was los ist. Torsten Schulze hat seine Kindheit dort verbracht und davon in seinem gleichnamigen Roman erzählt. Auch Regisseur Matti Geschonneck ist nicht weit entfernt aufgewachsen und kennt das Milieu. Sein Film, für den er mit Torsten Schulze das Drehbuch schrieb, ist eine charmant skurrile Liebeserklärung an das Berlin der 60er ... und ein Schauspielerfilm mit ausgeprägten Rollen für den jungen Samuel Schneider, Jürgen Vogel und Meret Becker (als Vater und Mutter). Dazu kommt Gudrun Ritter (Ottilie) und alle werden getoppt von Michael Gwisdek als Ottis Liebhaber Karl.

Michael Gwisdek über „damals“
in einem interview mit der Frankfurter Rundschau.