Iva arbeitet in einer Textilfabrik, wo sie in sehr langen Arbeitstagen für sehr wenig Geld „Made in EU“-Etiketten in Kleidung näht. Seit einigen Wochen geht es ihr nicht gut, aber weil der Betriebsarzt sie nicht krank schreibt, schleppt sie sich weiter zur Arbeit.
Als ein Test auf Covid positiv ausfällt, ist Iva das erste offiziell registrierte Opfer ihrer Kleinstadt. Aber viel schlimmer: In kürzester Zeit ensteht eine Welle der Angst, Gerüchte und Schuldzuweisungen. Iva – die ihre Heimatstadt seit Jahren nicht verlassen hat – wird zur Zielscheibe kollektiver Panik.
Arbeitgeber, Kolleg:innen, Nachbarn – selbst ihr eigener Sohn – beginnen, sich von ihr abzuwenden. Während Iva glimpflich von der Krankheit weg kommt, sterben immer mehr Menschen an Covid und immer heftiger wird Iva öffentlich an den Pranger gestellt.
Stephan Komandarev hat einen Film geschaffen, der ein intensives und aufwühlendes Sozialdrama ist. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt er von einer Frau, die nicht am Virus, sondern am System zerbricht, und offenbart ganz nebenbei die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Europas Textilindustrie.
Regie Stephan Komandarev
Drehbuch mit Simeon Ventsislavov
Kamera Vesselin Hristov
Besetzung Gergana Pletnyova, Todor Kotsev, Gerasim Georgiev, Anastasia Ingilizova, Ivan Barnev
BG/DE/CZ 2024, 109 Min., dtF|bulg.OmU, ab 12