Das Ehepaar Hatixhe und Shaban lebt mit ihren drei Töchtern im ländlichen Kosovo, drei Töchter. Als sein Bruder alle Kühe verkauft um einen windigen Deal zu finanzieren, verlieren sie über Nacht ihre Existenzgrundlage. Was ihnen bleibt, ist der Weg in die Hauptstadt Pristina. Dort nimmt Hatixhes wohlhabende Schwester die Familie auf. Doch was wie Hilfe aussieht, entpuppt sich als eine erste Demütigung.
Um ihren Platz zu finden, brauchen sie erstmal einen Vorschuss: für die drückenden Schuhe der Tochter, für die Medikamente der Mutter, auf die sie angewiesen ist. Dann beginnt die Suche nach Arbeit. Im Nachtclub des Schwagers dürfen sie putzen, für ein Almosen, das vorne und hinten nicht reicht. Shaban geht auf den Arbeiterstrich, wo er sich als Tagelöhner anbietet und jede erdenkliche Arbeit annimmt.
Mit ,Von Scham und Geld‘ hat Visar Morina (zuletzt ,Exil‘) einen Film mit großer Klarheit und emotionale Authentizität gemacht, die man heute selten findet. Besonders der Darsteller des Shaban, Astrit Kabashi, hinterlässt in seinem Kampf um die letzte Würde im Kosovoschen Turbo-Kapitalismus einen bleibenden Eindruck.
Der Film gewann auf dem Filmfestival in Sundance den Hauptpreis und ist damit für einen Oscar qualifiziert. Zudem ist "Von Scham und Geld" der Oscarkandidat für den Kosovo.
Regie Visar Morina
Drehbuch mit Doruntina Basha
Kamera Janis Mazuch
Musik Mario Batkovic
Besetzung Astrit Kabashi, Flonja Kodheli, Fiona Gliavica, Tristian Halilaj
DE/XK/SI/AL/MK 2026, 129 Min., OmU, ab 12