Die Mutter des 14-jährigen Seita und seiner 4-jährigen Schwester Setsuko kommt beim US-Luftangriff auf Kobe im Zweiten Weltkrieg ums Leben. Die beiden Kinder sind ganz auf sich allein gestellt. Seita sorgt ebenso aufrichtig wie verzweifelt für sich und seine Schwester. Er stiehlt Essen und organisiert ihre Zuflucht in einem verlassenen Luftschutzbunker. Als die Vorräte knapp werden, klammern sich die Geschwister in ihrer traurigen Realität an flüchtige Glücksmomente.
Der Regisseur und Studio-Ghibli-Mitbegründer Isao Takahata hat mit viel Sensibilität eines der eindrucksvollsten Werke der Animations- und Filmgeschichte geschaffen.
Nach den persönlichen Erlebnissen des Kobe-Überlebenden Nosaka Akiyuki zeigt ,Die letzten Glühwürmchen‘ sowohl die Schönheit des menschlichen Geistes als auch seine erschütternde Grausamkeit.
Pressestimmen
"Anders als in vielen Animes und auch Ghibli-Filmen, die schnell und actionreich erzählen, arbeitet Takahata seine Geschichte und deren Emotionalität in ruhigen Szenen aus. Auch die Musik ist sehr zurückhaltend eingesetzt. Die Wirkung dieser Reduzierung ist enorm.", so Filmdienst.
"All dies vollzieht sich im klassischen handgezeichneten Animationsstil, in klaren Bildern und warmen Farben. Nicht wegzuschauen und nichts zu beschönigen, ist auch eine Frage des Respekts. Dass dieser Film kein Happy End hat, verrät bereits der erste Satz. Umso wichtiger ist es, ihn zu sehen. Gerade heute.", schreibt epd Film.
Sondervorstellung
Am Sonntag, 9. August um 11 Uhr zeigen wir den japanischen Klassiker mit dem Vorfilm ’The Children of Nagasaki’ zum Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfs vom 6. und 9. August 1945.
In Kooperation mit ICAN Deutschland und IPPNW (Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges)
Drehbuch, Regie Isao Takahata (Animation)
Kamera Nobuo Koyama
Musik Yoshio Mamiya, Michio Mamiya
Stimmen (dtF) Oliver Sherkus, Leni Mitschke
JP 1988, 90 Min., jap.OmU|dtF, ab 6