Die 59jährige Heike muss sich um mehrere Baustellen gleichzeitig kümmern. Ihre Leute müssen korrekt arbeiten, sollen von ihr aber auch korrekt behandelt werden. Der Unternehmer und die Kunden wiederum machen Druck auf Heike. Und weil es vorne und hinten nicht reicht, weil sie längst am Limit arbeiten, da wo es keine Marge mehr gibt, vertickt Heike bei Seite geräumte Putzmittel … und wird erwischt!
Willkommen im Niedriglohnsektor. Regisseur Kilian Friedrich hat dort nach dem Studium selbst gearbeitet und das Drehbuch mit einer Frau begonnen, die bei einer Reinigungsfirma als Objektleiterin täglich abrackert. Der Ex-Dokumentarfilmer hat für seinen ersten Spielfilm fast ausschließlich Laien spielen lassen und mit Sabine Thalau, der wir immer hautnah folgen, das große Los gezogen: Sein Film ist das lebensechte Portrait einer bescheuerten Lebenssituation und doch nicht ohne Hoffnung. Ken Loach lässt grüßen.
Pressestimmen
"Sozialrealistische Immersion par excellence, die schwer zu ertragen ist. Dies ist als Kompliment zu verstehen.", schreibt die taz.
"Ein ganz un- und außergewöhnlicher Film.", so die Berliner Morgenpost. "Alles andere als ein Wohlfühlfilm, aber ist von seinem Thema und seiner dokumentarischen Nähe her ähnlich wichtig wie ’Heldin’ mit Leonie Benesch."
"Dieses Sozialdrama ist ein starkes Plädoyer gegen die Entwertung von Arbeit. Es zeigt, wie weit der Alltag vieler Menschen von dem entfernt ist, was in der Politik unter dem Stichwort ’Leistung muss sich wieder lohnen“ diskutiert wird.’", sagt der SWR.
Regie Kilian Armando Friedrich
Drehbuch mit Tünde Sautier, Daniel Kunz
Kamera Louis Dickhaut, Frederik Seeberger
Besetzung Sabine Thalau, Sabidou Diabang, Nada Kosturin, Werner Posselt, Nigyar Velagic
DE 2026, 93 Min., dtF