Gustav Bloch und sein Bruder hatten im Wien des Jahres 1938 eine große Kunstsammlung. Als die Deutschen in Österreich eindrangen, beraubten sie die Juden ihrer Kunstwerke. Fünfzig Jahre später will Gustav Blochs Tochter Maria Altmann Klimts „Goldene Adele“ wiederhaben! Adele war Marias Tante…
Mit einem jungen Juristen – mit österreichischen Wurzeln wie sie selbst – macht sich Maria Altmann an die scheinbar unlösbare Aufgabe. Die österreichischen Behörden finden ihr Ansinnen schlicht absurd und legen ihr jedes denkbare Hindernis in den Weg…
In Österreich steht nur der Journalist und Verleger Hubertus Czernin auf ihrer Seite – der Mann, der Waldheims Nazi-Vergangenheit aufdeckte und einer der aktivsten Erforscher der Nazi-Kunstraube. Wenn der junge Anwalt Randol (Maria Altmann nennt ihn „Randy“) Schoenberg sich am Ende fast wie nebenbei bei Czernin bedankt „Ohne Sie wäre das nicht möglich gewesen“, war das viel wahrer als es im Film erscheint. Czernins Arbeit hat nicht nur viele Kunstwerke ihren Besitzern zurückgegeben, sondern auch die Aufarbeitung der bis dahin quasi ausgeblendeten Nazi-Jahre in Österreich ins Rollen gebracht.
Mit der charmant-schnippischen, aber unbeirrbaren Helen Mirren in der Hauptrolle gelingt es dem Film spielend, seine wahre Geschichte elegant und gediegen auf die Leinwand zu bringen. Daniel Brühl spielt Hubertus Czernin, Moritz Bleibtreu spielt den Maler Klimt.
Vorstellung mit Gast
In Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ist in der Matinee am Sonntag, 15. Februar Silke Reuther nach dem Film zu Gast. Sie ist eine Hamburger Expertin für Restitution und Provinienzgeschichte in der Kunst.
Regie Simon Curtis
Drehbuch Alexi Kay Campbell
Kamera Ross Emery
Musik Martin Phipps, Hans Zimmer
Besetzung Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl, Katie Holmes, Max Irons, Charles Dance
UK/US 2014, 110 Min., engl.OmU, ab 6