An der adriatischen Küste, mit afrikanischer Musik und frei erfundenen Fruchtbarkeitsriten – mit Maria Callas als Medea im Zentrum der greichischen Tragödie – erschafft Pasolini die Antike neu.
Medea entbrennt in wahnsinniger Liebe zu Jason, der den Königsthron zurückerobern will. Sie hilft ihm, das Goldene Vlies zu finden. Jason wird König, heiratet Medea und will nichts mehr von ihr wissen.
Pasolini dazu: „,Medea‘, das ist die Konfrontation von Jasons rationaler und pragmatischer Welt mit der archaischen Welt Medeas. Jason, das ist der zeitgemäße Held, der nicht nur den Sinn für Metaphysik verloren hat, sondern sich derartige Fragen gar nicht mehr stellt. Er ist der ,Techniker‘, dessen Streben einzig auf den Erfolg ausgerichtet ist.“
Die weltbekannte Opernsängerin Maria Callas hat für Pasolini gerne die gefühlsstarke Königin gespielt, danach aber alle weiteren Film-Angebote abgelehnt.
Regie Pier Paolo Pasolini
Kamera Ennio Guarnieri
Musik Elsa Morante, Pier Paolo Pasolini
Besetzung Maria Callas, Massimo Girotti, Guiseppe Gentile, Laurent Terzieff
IT/FR/DE 1969, 110 Min., dtF