Der Skandal als vorlauter Bote

Vortragsreihe mit Hannes Heer
 feste Termine im  FilmABC

Die großen deutschen Geschichtsdebatten als Selbstaufklärung der Gesellschaft und Aneignung der Schuld.

Mit dieser Film- und Vortragsreihe erforscht der Hamburger Historiker und Publizist Hannes Heer bis Oktober 2017 in Vorträgen mit Filmausschnitten die Hintergründe deutscher politischer Skandale von 1955 bis 1995. Ein Faltblatt mit Infos zur ganzen Reihe liegt im Kino aus und gibt’s hier zum Download.

Die Reihe von Abaton und Hannes Heer entstand in Kooperation mit der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft Hamburg e.V., der Evangelischen Akademie der Nordkirche, dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden, der Körber-Stiftung und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Beim neunten und letzten Termin in der Matinee am 19. November ist das Thema:
Günter Grass.
„Wir spülen und spülen, die Scheiße kommt dennoch hoch“. (2002-2012)

Günter Grass initiierte 2002 mit seiner Novelle „Im Krebsgang“ zeitgleich mit Jörg Friedrichs Buch „Der Brand“ den Umschwung der öffentlichen Wahrnehmung der Deutschen als Volk der Opfer. 2006 outete sich der Vorzeige-Sozialdemokrat als Mitglied der im Nürnberger Prozess zur „verbrecherischen Organisation“ erklärten Waffen-SS und offenbarte damit ohne jede Reue eine 60-jährige Lebenslüge. Schließlich behauptete er 2012 in einem Gedicht, Israel bereite mit seinen geplanten Angriffen auf die iranischen Atomanlagen einen „neuen Holocaust“ vor.

Für Grass waren die Deutschen jetzt mit den ehemaligen Gegnern quitt. Sanktionen ob dieser Tabubrüche des Nobelpreisträgers blieben aus. War das das Ende der Skandale um den angemessenen Umgang mit der Nazivergangenheit?

Abschlussveranstaltung
Am 19. November schließt die Reihe mit einer Veranstaltung mit dem Thema „Wir spülen und spülen, die Scheiße kommt dennoch hoch.“ – Günter Grass und das Leiden an der deutschen Geschichte.