Der Skandal als vorlauter Bote

Vortragsreihe mit Hannes Heer
 feste Termine im  FilmABC
 Vortrag 8: Die Rede von Martin Walser 15.10. um 11:00 Uhr

Die großen deutschen Geschichtsdebatten als Selbstaufklärung der Gesellschaft und Aneignung der Schuld.

Mit dieser Film- und Vortragsreihe erforscht der Hamburger Historiker und Publizist Hannes Heer bis Oktober 2017 in Vorträgen mit Filmausschnitten die Hintergründe deutscher politischer Skandale von 1955 bis 1995. Ein Faltblatt mit Infos zur ganzen Reihe liegt im Kino aus und gibt’s hier zum Download.

Die Reihe von Abaton und Hannes Heer entstand in Kooperation mit der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft Hamburg e.V., der Evangelischen Akademie der Nordkirche, dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden, der Körber-Stiftung und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Beim achten und letzten Termin in der Matinee am 15. Oktober hat das Thema:
„Der Brandstifter“. 
Martin Walsers Rede in der Frankfurter Paulskirche (1998)

Die Debatte um Martin Walser wurde durch eine Rede ausgelöst, in der der Schriftsteller 1998 das öffentliche Gedenken an den Holocaust als „Dauerpräsentation unserer Schande“ angegriffen hatte. Im Streit mit Ignatz Bubis, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, der Walser für sein Lob des „Wegsehens“ und „Verdrängens“ als „Brandstifter“ bezeichnet hatte, präsentierte dieser sich als Sprecher der „schweigenden Mehrheit“ und Vertreter eines neuen Antisemitismus. Der Kern seiner Rede war die Feststellung, die Deutschen seien wieder „ein normales Volk“, das keiner staatlich verordneten „Resozialisierung“ wegen vergangener Verbrechen bedürfe.

Vortrag, Gespräch und Filme
Der Vortrag von Hannes Heer in der Matinee am 15. Oktober wird mit Filmausschnitten begleitet. Ulrich Hentschel moderiert das Gespräch.