Die Blumen von gestern

Regie: Chris Kraus
Kamera: Sonja Rom
Darsteller: Lars Eidinger, Adèle Haenel, Jan Josef Liefers, Hannah Herzsprung
AT/DE 2016, 126 Min., dt.F., ab 12, Schulvorstellungen
Start war 12.1.2017
 feste Termine im  FilmABC

Chris Kraus

Umgang mit dem Holocaust heute

Toto ist Holocaustforscher und steckt in einer Lebenskrise. Er gibt alles für seine Arbeit, aber er ist eben auch ein Enkel nationalsozialistischer Täter. Da läuft ihm Zazie über den Weg, eine junge Französin, in die er sich schnell verliebt. Wie sich herausstellt, wurde ihre Großmutter in Auschwitz ermordet.

Aber der Reihe nach: Toto heißt eigentlich Totila Blumen und arbeitet im Archiv der Zentralen Stelle Ludwigsburg. Seine Ehe tritt auf er Stelle und er steckt mitten in den schleppenden Vorbereitungen für einen Auschwitz-Kongress. Just in dem Moment teilt ihm sein Chef eine etwas seltsame Praktikantin aus Frankreich zu. Noch am Flughafen wird klar wie Zazie tickt: Für sie kommt es nicht in Frage, in einem „Täterauto“ zu fahren (weil Mercedes Benz). Und doch wird sich herausstellen: Zazie ist das Beste, was Toto passieren konnte.

Chris Kraus – wir erinnern an ,Vier Minuten‘ mit Hannah Herzsprung (vor zehn Jahren) –  geht das schwierige Thema mit großem Ernst und großem Humor an. Schon sein Drehbuch war mit dem „Thomas Strittmatter Preis“ (der Filmförderung Baden-Württemberg) ausgezeichnet worden, weil es „im Mantel einer fulminant erzählten romantischen Komödie eine glasklare Analyse des heutigen Umgangs mit dem Holocaust liefert.“

In den Hauptrollen spielen Adèle Haenel und Lars Eidiinger ein Paar, das austeilt und einstecken kann. ,Die Blumen von gestern‘ sind mit acht Nominierungen – darunter Bester Film, Regie, Drehbuch und Lars Eidinger – der Top-Favorit für den Deutschen Filmpreis.

Trailer 1 (FSK unbekannt)

Trailer 2 (FSK unbekannt)