Cahier africain

Regie: Heidi Specogna (Dok.)
DE 2016, 119 Min.
 feste Termine im  FilmABC

Der Preisträger in der Kategorie „Langfilm“ des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises

Bewohner des Dorfes PK12 in Zentralafrika sammeln in einem Schulheft (frz. cahier) Zeugenaussagen und Passbilder von 300 Mädchen und Frauen, die 2002 von Söldnern aus dem Kongo vergewaltigt und misshandelt wurden. Der Film hat diese Gruppe seit 2008 über sieben Jahre begleitet. Während in Den Haag der letzte „Krieg“ noch juristisch aufgearbeitet wird, bricht der nächste Krieg aus…

Aus der Begründung der Jury
Ein schlichter Titel für einen Dokumentarfilm, dessen erzählerische Vielschichtigkeit vielleicht am ehesten noch mit einem Roman oder einem großen Epos zu vergleichen ist. Es ist große dokumentarische Film-Kunst, was Regisseurin Heidi Specogna, Kameramann Johann Feindt und Cutter Kaya Inan in 119 Minuten ausbreiten.

Plötzlich bricht ein neuer Krieg aus, der die Menschen überrollt und versprengt. Das Filmteam folgt ihnen, zeigt ihr Schicksal mit einer fast stoischen Schonungslosigkeit. Dabei werden die Menschen nie ausgestellt. Sondern ihnen wird die Würde zurückgegeben, die ihnen mit Begriffen wie „Flüchtling“ im Mahlstrom der Polit-Talkshow-Maschinerie genommen wird.

Statt mit der Angst vor der „neuen afrikanischen Flüchtlingswelle“, setzt sich dieser Film mit der Realität in Ländern wie der Zentralafrikanischen Republik differenziert auseinander. Die Regisseurin tut das mit unermüdlichem Einsatz, großem Einfühlungsvermögen und den Mitteln, die ihr als Dokumentarfilmerin zur Verfügung stehen. Die Jury war vom Ergebnis, „cahier africain“, sehr beeindruckt und verleiht Heidi Specogna dafür den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis in der Kategorie Langfilm.

Präsentation der Preisträger des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises
Am 14. September um 19 Uhr zeigen wir drei kürzere Filme: ,Mexiko…‘, ,Morgenland‘ und ,Durch den Vorhang‘.
Am 15. September um 19 Uhr zeigen wir den Langfilm-Preisträger ,Cahier africain‘.