Django

Ein Leben für die Musik
Regie: Etienne Comar
Drehbuch: Etienne Comar, Alexis Salatko nach seinem Roman „Folles de Django“
Darsteller: Reda Kateb, Cécile de France, Bea Palya, Bimbam Merstein, Gabriel Mireté
Kamera: Christophe Beaucarne
Musik: Django Reinhardt, Warren Ellis
FR 2017, 117 Minuten, dt.F.|franz. O.m.U.
Start war 26.10.2017
 feste Termine im  FilmABC

Ausnahmsweise in schwarz
Reda Kateb als Django Reinhardt

„Manouche“ im besetzten Paris

1943 lebte und spielte Django Reinhardt in Paris – mit seinem Quintett „Hot Club de France“, aber auch mit vielen anderen Musikern und in einer ganzen Reihe von Clubs. Für den wilden, etwas unnahbaren Zigeuner zählte nur die Musik … die auch den deutschen Besatzern gefiel. Es kam sogar zu einer Einladung, in Deutschland zu spielen (wenn die Solos nur fünf Takte lang sind, nur ein fünftel der Stücke Swing-Musik, etc etc). Kurz vor dem Start der Tournee beschließt Reinhardt, sich in die Schweiz abzusetzen…

Geschickt beschränkt sich der Film von Etienne Comar (Regie) und Alexis Salatko (Idee und Drehbuch) auf die leichte Musik und das schwere Leben in den letzten Kriegsjahren. Reda Kateb (,Den Menschen so fern‘) spielt den launigen Musiker mit Brecht’scher Distanz – als ob er uns zunicken und sagen würde: „Also wenn ich Django spielen würde, dann sähe das so aus.“ Die – in den meisten Fällen im Film voll ausgespielten – Stücke haben Warren Ellis und seine Gruppe neu aufgenommen. Dabei hat Ellis auch das einzigartige „Requiem à mes frères tsiganes“ rekonstruiert, das Django nur einmal nach der Befreiung von Paris aufgeführt hat und mit dem der Film endet.

1928 waren Django Reinhardt und seine erste Frau Bella Opfer eines Brandes. Nach schweren Verbrennungen an der linken Hand, die lange nicht heilen wollten, verlor der junge Musiker die Kontrolle über zwei seiner Finger. In der Folge stieg er vom Banjo auf die Gitarre um und hat dann eine komplett neue (Zweifinger-)Technik entwickelt. Als er in den 30er Jahren mehr und mehr mit Jazzmusikern zusammen kam – und die Gitarre im Jazz mehr Raum einnahm als zuvor –, machte er sich mit seinem ganz eigenen Stil nicht nur schnell einen Namen, sondern fühlte sich unter den 100%-Musikern des Jazz auch unter Seinesgleichen.

dt. Trailer (FSK unbekannt)

frz. Trailer (OF - FSK unbekannt)