Selma

Regie Ava Duvernay
Drehbuch Paul Webb
Kamera Bradford Young
Musik Jason Moran
Darsteller David Oyelowo, Carmen Ejogo, Tom Wilkinson, Tim Roth, Common, Giovanni Ribisi, Cuba Gooding Jr., Oprah Winfrey, Tessa Thomson, Lorraine Toussaint, Tim Blake Nelson
GB/USA/Fr. 2014, 122 Min., engl. OmU, empf. ab 12, Schulvorstellungen
Start war 19.2.2015
 feste Termine im  FilmABC

Johnson und King bei der
Unterzeichnungszeremonie
des Voting Rights Act

Martin Luther King in Alabama

März 1965. Die schwarze Bevölkerung der USA darf (theoretisch) wählen gehen. Im Süden ist es aber de facto unmöglich. Annie Lee Cooper aus dem Ort Selma hat es versucht und ist an dem „Wissenstest“, der nur Schwarzen auferlegt wird, gescheitert. Sie schreibt einen Brief an Martin Luther King – vor ein paar Monaten mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und ein bekannter Mann in Selma, da er in Montgomery, der 80 Kilometer entfernten Hauptstadt von Alabama, zehn Jahre zuvor mit einem mehr als einjährigen Bus-Streik der schwarzen Bevölkerung die Gleichstellung in öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht hatte.

„MLK“ sagt seine Hilfe zu. Er und sein Team treffen in Selma ein und bereiten einen Marsch nach Montgomery vor. Die Menge der Demonstrierenden wird an der Stadtgrenze von der Polizei aufgehalten und zusammengeschlagen…
Im Hintergrund der mutigen Aktionen der „kleinen Leute“ aus Selma zeigt der Film auch das Tauziehen (oder die Zusammenarbeit?) zwischen Lyndon B. Johnson und Martin Luther King um/für den „Voting Rights Act“, der Schwarzen ein halbes Jahr darauf gleiche Wahlrechte versicherte.

Links und Copyrights
Diese Webseite (siehe Links unten) zu Ehren des Präsidenten Lyndon B. Johnson erzählt eine Seite der Geschichte (und zeigt Bilder des Präsidenten im Gespräch mit MLK).

Daß eine ähnliche Darstellung des Lebens von Martin Luther King im Web nicht existiert, liegt nicht zuletzt an den Kindern des Mannes, die alle Dokumente unter Verschluss halten bzw. an Disney/Dreamworld weitergegeben haben. Es heißt, Steven Spielberg wäre als Regisseur für einen MLK-Film vorgesehen.

Man sollte diese Umstände im Kopf behalten, wenn man ,Selma‘ anschaut. Keine der Reden des redefreudigen Menschenrechtlers ist original zitiert. Die Regisseurin Ava Duvernay hat die Reden als Paraphrase neu geschrieben (bzw. neu schreiben müssen).

LBL-Library.orgPhoto-Archive

Weiterführend findet man in diesen Artikel (auf engl.) des britischen Guardian eine Aufrechnung der Pro+Contra-Argumente zur historischen Korrektheit von ,Slema‘ – wobei sich der Guardian nach entsprechender Recherche voll auf die Seite der Regisseurin schlägt – und ganz nebenbei nochmal die Copyright-Probleme mit Kings Reden ausführt. – Aktuell ist ,Selma‘ auch Film des Monats auf kinofenster.de (mit Material und weiteren Links).

Deutscher Trailer (FSK unbekannt)

Internationaler Trailer (FSK unbekannt)